
Den nächsten Winter über bin ich da. Irgendwo im Süden. Hier ist es nicht zum Aushalten, der Polarwirbel strudelt demnächst die zweite Hälfte eines Hardcore-Winters herbei. Mittel- und langfristig sieht es noch finsterer aus: AMOC läuft Amok, meint der Golfstrom kippt demnächst Die Folgen: In Hamburg Temperaturen um minus 30 Grad möglich, in Berlin über 40 Tage Dauerfrost pro Winter, Blizzards wie in USA, Klima wie in Sibirien. Die Artenvielfalt bricht zusammen, die Landwirtschaft würde kollabieren, da die Sommer um ein Vielfaches trockener würden. Der Anbau von Weizen, Mais und Marihuana wäre nicht mehr möglich.
Ich stelle gerade einen Finanzierungsplan auf für die Aktion „Ab in den Süden“. Selbst eine billige Unterkunft kostet derzeit pro Woche rund 300 Euro, macht bei 12 Wochen 3.600. Also woher die Kohle nehmen und nicht stehlen? Und wenn stehlen, dann von den Richtigen. Vom Kapital. Aber wie kommt man da ran? So viele Fragen.
Also Kassensturz:

Bargeld in nicht nennenswertem Umfang. Mit DDR-Währung, die ja nicht konvertierbar ist. Der Verkauf der Marihuanaernte und von Antiquitäten würde gerade mal die erste Woche finanzieren. Oje.
Auf der Krawattennadel steht: Honi soit qui mal y pense. Verachtet sei, wer schlecht darüber denkt. Hahaha, verarschen kann ich mich auch selber, da brauch ich keine Krawattennadel für.
Ich könnte Werbung im Blog schalten. Affiliate-Links. Die über 500.000 werberelevanten Page-Impressions hier im letzten Monat sind mengenmäßig eine beachtliche Grundlage. Aber wofür soll man in einem kapitalismuskritischen Blog werben. Die Werbepartner und Links müssen ja passen, zu dem, was hier im Blog thematisiert wird. Sekte und Crémants ? Sternerestaurants? Reisen in den Süden? TUI als Werbepartner, mit Flugreisen? Linke Literatur vielleicht. Aber wer liest denn heutzutage sowas noch und wieviel Kohle würde ich da bei einem Kauf über die Links generieren? Das reicht vielleicht für den Frühstücks-Ouzo.
Da müssen wir noch dran feilen.
Fakt ist allerdings, in dem Maße, in dem angesichts des anhaltenden Winters und der Weltlage meine Laune nicht besser wird, wird der Fluchtreflex ausgeprägter. Und das ist der Euphemismus des Jahres. Ich habe verstärkt keine Lust, bestimmte Nachrichtenlinks anzuklicken, weil sich dahinter nur Düsternis, Verfall und Abgründe verbergen. Beispiel Trump: Amerikas Demokratie in Gefahr So beschädigt Trump das US-Wahlsystem Die Parallelen von Trump zu 33 und der Machtübernahme der Nazis liegen auf der Hand: Die Delegitimierung demokratischer Institutionen, die Inszenierung des Führerkultes, die Schaffung einer SA-ähnlichen Gewalttruppe wie ICE, die vor Mord nicht zurück schreckt, Frontalangriffe auf die Vierte Gewalt, die Presse, Rassismus, Schulterschluss mit dem Kapital, die Einrichtung von Lagern für Minderheiten, das wachsende Ausagieren imperialistischer Strategien, persönliche Bereicherung, hemmungslose Rhetorik, Zerstörung von diverser Kultur und Kunst, und, das ist durchaus kein satirischer Schlenker: Ein grauenhafter Geschmack zwischen Kitsch und Pathos. Die Massen-Inszenierungen des Faschismus gehen immer einher mit dem Tod der Ästhetik, denn am Ende steht immer eine Ästhetik des Todes. Das lässt sich an den furchtbaren, düsteren, todessehnsüchtigen Kriegerdenkmälern ablesen, die hierzulande noch in jedem Drecksnest die gefallenen Helden zweier Weltkriege feiern. Hier sollten sich mal die Graffiti-Schmieranten der Szene-Kieze austoben. Aber dazu sind wir ja zu feige und zu dumm.
Ich denke, vielen Leserinnen wird es ähnlich gehen, eine gewisse Grundmüdigkeit macht sich in den Knochen und im Gemüt breit. Gerade noch verkniffen angesichts des Alters und der Kälte habe ich mir die Formulierung: Es zittern die morschen Knochen.
Dieses Lied ist nach § 88a StGB „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“ verboten. Es war das Kampflied der SA.














