
Gras Setzling, Sorte Super Skunk, robust, einfach in der Aufzucht. THC Gehalt 15 %. Effekt: Körperlich entspannend, Schläfrig, Glücklich. Wer wollte das nicht sein in Zeiten wie diesen. Ein Produkt der Anbauvereinigung Hemp Heaven Hannover, Fössestr. 103, 30451 Hannover. Auf dem Platz Projekt, , einer Freifläche mit ca. 30 Projekten, alternativen Startups, Raum für Kultur und alternatives Leben. Ich mache eigentlich nie Werbung in diesem Blog, aber in diesem Fall eine Ausnahme. Die Setzlinge kosten 10 Euro, das spart einem die Anzuchtphase. Geöffnet jeden Donnerstag, ab 11 Uhr. Am Eingang links, es ist ausgeschildert, Container im ersten Stock. Die sind mittlerweile gestapelt, so viele Projekte werkeln da rum. Das Platz Projekt wird von der – immer noch grünroten – Stadt Hannover gefördert. Eines jener zahlreichen Projekte, NGOs, Initiativen, die von AfD-CDU-Koalitionen, egal auf welcher Ebene, nicht nur nicht gefördert werden würden, sondern denen mit allen legalen und illegalen Mitteln versucht würde, den Garaus zu machen.
Bis dahin muss man sich die Fössestr. als locus amoenus, (lat. „lieblicher Ort“, eher ein literarisches Topos denn realer Ort) vorstellen. Trotz 20.000 Autos am Tag.
Dieser sanft sich in Wind und Sonne wiegende Setzling auf meiner Veranda, (der trotz seiner Robustheit keine Temperaturen nahe Null verträgt), wirft jenseits von bräsigen Kifferphantasien die äußerst realistische Frage auf: Was brauchen wir in Krisenzeiten? In richtigen Krisenzeiten, jenseits des Luxuszustandes, der in unseren Breitengraden trotz aller Benzinpreissteigerungen immer noch herrscht. Luxuszustand jedenfalls für eine Mehrheit der Bevölkerung, jenseits der ca. 30 – 40 Prozent Armen und Prekären, die sich entweder kein Auto leisten können oder es jetzt stehen lassen müssen. Für die stellt sich die Frage: Essen, heizen oder tanken?
Was, wenn der Irankrieg sich hinzieht, der Chinese, unergründlich, wie er nun mal ist, die Gunst der Stunde nutzt und Taiwan überfällt, Handelswege blockiert sind, Versorgungsengpässe entstehen bei Energie, Lebensmitteln, Medikamenten, die nächste Seuche uns in den Würgegriff nimmt, , etc. pp? Die schlimmsten Krisen sind ja die, von denen wir noch gar keine Vorstellung, Ahnung haben.
Für die ersten 10 Tage ist klar: Notvorräte wie Wasserflaschen, haltbare und energiereiche Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Zwieback, Konserven, außerdem Campingkocher, Batterien, Powerbanks, Kerzen, Notfallradio mit Kurbel, Verbandsmaterial, Schmerzmittel, etc. pp.
Und danach? Wenn Krisen chronisch werden, existentiell? Stellen Sie, liebe Leserinnen, sich mal eine explodierende Inflation vor. Was ist, wenn Ihre mühsam erarbeiteten oder erberschlichenen Taler, Aktien, ETFs, Sparpläne nichts mehr wert sind? Wenn ein Brot einen ganzen Koffer voller Scheine kostet, wenn es überhaupt noch welches gibt. Hatten wir schon mal, vor 103 Jahren.
Ich würde ja dann gerne meine Wohnung verkaufen und in den Süden abhauen. Aber wer kauft die dann? Lässt mich der Süden überhaupt rein? Und was soll ich da? Als Migrant…?
Sind so viele Fragen, musst Du tüchtig trinken.
Wie also lässt sich die eingangs gestellte Frage nach dem, was wir in richtigen Krisenzeiten wirklich brauchen, beantworten? Sicher eher Silbermünzen zum Tauschen als dicke Geldbündel, sicher eher die Fertigkeit, Brot selber zu backen, als in sozialen Medien dauerpräsent zu sein, sicher eher psychische Resilienz und kein Dauergejammer über Göttin und die Welt, und sicher eher eine gut sortierte Hanfplantage, für den Naturaltausch mit jemandem, der eine elektrische Leitung reparieren kann.
Bis es soweit ist, brauchen wir natürlich ein Neun-Euro-Ticket als Antwort auf die Benzinpreise, den Ausbau des ÖPNV und steuerliche Erleichterungen für Menschen mit Auto und wenig Geld, die auf dem Land wohnen. Der Rest kann von mir aus gerne 3 Euro 10 für den Liter Sprit bezahlen.
Siehe Markus. Nein, nicht das Evangelium, sondern Neue Deutsche Welle, 1982:
Und kost‘ Benzin auch drei Mark zehn
Scheiß egal, es wird schon geh’n












